• Fabian Kremser

Die Navigation der Leistung: Tests und Diagnostik

Die letzten Monate war es eher etwas ruhig auf unserer Website, was nicht zuletzt an der etwas besonderen Situation der Coronakrise lag. Passend dazu und vielleicht auch etwas vorausschauend drehte sich in unseren letzten Artikeln alles um die Gesundheit, woraus sie besteht oder eben nicht und was wir dafür tun können, sie zu fördern. In unserer neuen Serie wollen wir uns mit der Leistungsdiagnostik auseinandersetzen, über ihren Sinn oder Unsinn schreiben und was für Möglichkeiten die einzelnen Testverfahren tatsächlich bieten.


Wir werden uns damit auseinandersetzen, weshalb Tests überhaupt Sinn machen, OB sie Sinn machen und wenn ja, wie man sie einsetzen sollte. Wir werden uns über Dinge unterhalten wie Trainingsbereiche und Stoffwechselfunktionen und natürlich auch über diverse Mittel und Wege, wie wir diese im Sport nutzen können. Freut euch also auf ein Thema, das uns sehr beschäftigt und welches tatsächlich einen Unterschied in eurem Training machen kann. 

In unserem ersten Artikel gehen wir auf das “Warum” ein: Warum kann es Sinn machen, in regelmässigen Abständen zu testen? 


Ganz einfach auf einen Punkt gebracht kann man sagen: um zu sehen, ob das Training auch den gewünschten Erfolg bringt. 


Letzten Endes ist es jedoch - leider - nicht so banal, denn ansonsten wäre dieser Artikel a) bereits zu Ende und b) überflüssig, weshalb wir etwas weiter ins Detail gehen wollen. Stellen wir uns also zunächst folgende Frage: Was ist denn dieser gewünschte Erfolg? Und: woran wird er gemessen? Dies bringt uns sofort zu einem Thema, das man ebenfalls einmal ansehen sollte: Wo ist der Unterschied zwischen Leistungstest und -Diagnostik? Beginnen wir also mit der letzten Frage, da sie ziemlich wichtig ist.  


Wir müssen hier vorausschicken, dass es zu beiden Begriffen verschiedene Definitionen gibt die in erster Linie davon abhängig sind, welche Aspekte der Leistung geprüft werden sollen. Ein psychischer Leistungstest wird in jedem Fall anders ausfallen als einer im Kraftraum, dieser wiederum wird sich von einem Test im Ausdauersport unterscheiden. Wir schreiben deshalb hier darüber, wie wir in der Tricademy diesen Unterschied handhaben. 


Ein LeistungsTEST ist für uns etwas, das man sehr einfach und vor allem auch recht frei definiert in den eigenen Trainingsalltag einbauen kann. Sei es ein bestimmtes Schlüsseltraining oder eines der recht einfachen Testprotokolle für eine Funktionelle Schwelle: dies sind einfache Möglichkeiten, den eigenen Fortschritt zu kontrollieren. Ein klassisches Beispiel wäre hier ein Tempolauf über fünf Kilometer. Baut man den während einer zuvor bestimmten Zeit des Aufbaus regelmässig ins Training ein, kann man schön mitverfolgen, was sich auf dieser Distanz verändert - oder eben nicht. Das Gleiche funktioniert auch beim Schwimmen oder auf dem Rad. Wichtig ist hier vor allem eines: die Tests müssen vergleichbar, sprich, reproduzierbar sein. Läuft man die fünf Kilometer beispielsweise in einer Woche auf der Bahn, in der Folgewoche dann aber im Gelände mit nur schon leichten Höhenunterschieden und misst dabei die reine Zeit, die man für die Distanz benötigt, sind die beiden Resultate nur sehr bedingt vergleichbar. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass man in einem Test das Resultat der erbrachten Leistung misst.


Eine LeistungsDIAGNOSTIK hingegen soll Aufschluss darüber geben, was während der Belastung im Körper geschieht. Dies kann durch unterschiedliche Verfahren ermittelt werden, wobei die Aussagekraft der verschiedenen Methoden stark variiert (darüber schreiben wir in den kommenden Wochen). Dies kann also die Reaktion der Herzfrequenz auf die Leistung sein, den Laktatstoffwechsel betreffen oder die verschiedenen Prozesse der Energiebereitstellung aufzeigen. Der Unterschied zu einem reinen Test ist hier, dass sich der Trainingsfokus durch eine Diagnostik sehr schnell einmal verlagert, da anschliessend nicht mehr der reine Output gemessen, sondern die Körperfunktionen im Inneren gezielt trainiert werden. 


Kommen wir nun zu den Fragen nach dem gewünschten Erfolg und wie er gemessen wird. Ist es zum Beispiel das Ziel, die Cardiovaskuläre Leistung, also das Herz-Kreislauf-System zu trainieren, kann es der Inhalt eines Trainingsblocks sein, bei gleichbleibendem Leistungs-Output (gemessen in Watt oder Pace) eine tiefere oder regelmässigere Herzfrequenz zu erreichen. Das Herz soll also effizienter arbeiten und wird entsprechend gemessen. Im regelmässigen Test wird deshalb nicht unbedingt das Tempo oder die Leistung bewertet, sondern wie sich der Puls auf besagte Leistung verhält. Ist es das Ziel, eine bestimmte Strecke möglichst schnell zu laufen, werden Dinge wie Herzfrequenz oder Leistung eher ausser Acht gelassen und die reine Pace bewertet. Beides ist mit Trainingstests möglich. 

Möchte man hingegen beispielsweise gezielt den Fettstoffwechsel trainieren oder die maximale Aufnahme von Sauerstoff unter Belastung, also die Vo2Max, sollte man im Vorfeld als erstes einmal wissen, wie denn der Stoffwechsel unter Belastung reagiert. Das ist hingegen nur durch eine Leistungsdiagnostik möglich und ebenso die Folgekontrollen. 


Was also ist der gewünschte Erfolg? Das ist ebenso essentiell wie die Wahl des Testverfahren selbst, da von der Definition sehr viel abhängt. Grundsätzlich verkörpern viele Athletinnen und Athleten die Haltung, dass mehr nun mal eben mehr ist, doch nur schon bei der Herzfrequenz kann man schnell erkennen, dass das nicht immer der beste Ansatz ist. 


Es lohnt sich also, diese Fragen einmal in aller Ruhe zu stellen und dann zu entscheiden, was man sich zum Ziel setzen möchte. Anschliessend ist es sehr wichtig, dass man mit einer gewissen Konsequenz arbeitet und die Fortschritte des Trainings auch regelmässig tatsächlich überprüft. Der Stoffwechsel beispielsweise ist etwas enorm dynamisches und folgt seinen eigenen Regeln, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Es ist also nicht ratsam, sich hier auf generische Daten und Allgemeinwerte zu verlassen. Auch ist es nicht immer die beste Idee, strikt nach einfach ermittelten Zonen zu trainieren. Wir werden im nächsten Artikel darauf eingehen, warum dies so ist, indem wir uns mit den verschiedenen Test- und Diagnosemethoden auseinander setzen. 


Als Einstieg wollen wir jedoch nun die Frage beantworten, die wir uns zu Beginn gestellt haben: Warum kann es Sinn machen, in regelmässigen Abständen zu testen? 


Ganz einfach ausgedrückt: Möchte man ein Ziel erreichen, sollte man sich hin und wieder versichern, auf dem richtigen Weg zu sein. Regelmässige Tests und Diagnostiken können dabei sozusagen als Navigation dienen. 


Solltet ihr euch für das Thema und Inputs zu möglichen Tests wollen, empfehlen wir euch ganz frech einmal unseren Instagram-Kanal und unsere Facebook-Page, auf der wir in den kommenden Wochen hin und wieder einige Testprotokolle vorstellen werden. 

Falls euch das nicht reicht, dürft ihr auch gerne mit uns Kontakt aufnehmen, wir beraten euch sehr gerne diesbezüglich. 


In diesem Sinne wünschen wir euch einen tollen Start in den März und weiterhin viel Erfolg im Training!


Herzlich,


Patrick

Fabian



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