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Schwimmen im Triathlon: Welchen Stellenwert hat die erste Disziplin?


Für unseren Einstieg in den Dezember eines Jahres, das wir uns wohl alle ein wenig anders vorgestellt haben, wollen wir uns einmal mit der ersten Disziplin des Triathlons auseinandersetzen, welchen Stellenwert sie sowohl im Alltag der Athletinnen und Athleten hat und natürlich auch, was das für die Wettkampfvorbereitung bedeuten kann.


Was sich nahezu pauschal über das Schwimmen im Alltag sagen lässt ist, dass es praktisch immer mit einem überproportionalen Zeitaufwand verbunden ist. Sehen wir uns das Lauftraining im Vergleich dazu an: gerade im Sommer geht das einfach, bequem und schnell. Hose, Shirt, evtl. Sonnenbrille, Socken, Laufschuhe, go! Im Winter kommen vielleicht noch ein paar extraschichten an Kleidung und vielleicht eine Signalweste oder, je nach Tageszeit, eine Stirnlampe hinzu, doch kann das Training in der Regel vor der Haustür begonnen werden.


Beim Schwimmen ist das in den allerseltensten Fällen so. Oft muss man sich erst zum Schwimmbad begeben, dann durch die Garderobe, umziehen, duschen, ins Becken. Diese Tage kommt noch das Einhalten der Schutzkonzepte hinzu: Masken tragen, Desinfektionsmittel nutzen, evtl. sogar anstehen und warten, bis ein Platz im Schwimmbad frei wird.


(Aus diesem gegebenen Anlass werden wir in den kommenden Tagen ein kleines "Corona-Special" für euch präsentieren und euch ein paar Ideen geben, wie ihr auch ohne Schwimmbad weiter an eurer Performance im Wasser arbeiten könnt!)


Wenn man von dem Augenblick, in dem man die Wohnung verlässt, bis zu dem Punkt, an dem man sich das erste Mal vom Beckenrand abstösst weniger als eine halbe Stunde Zeit benötigt, ist man Mitglied einer sehr kleinen, glücklichen Gruppe. Der durschnittliche Zeitaufwand rund um ein Schwimmtraining beträgt tatsächlich um die neunzig Minuten – ohne das Training selbst.


Doch ist das wirklich der Grund, weshalb das Schwimmen bei den meisten Triathletinnen und Triathleten als die eine Disziplin gewertet wird, die man eigentlich auch weglassen könnte?


All’ das spielt natürlich eine grosse Rolle, denn die wenigsten haben so viel Zeit zur Verfügung, dass sie mehrmals pro Woche eine bis zwei Stunden tatsächlich schwimmen können. Es gibt jedoch noch viele andere Faktoren, die es sich durchaus einmal anzusehen lohnt:


- Schwimmen ist koordinativ die schwierigste der drei Disziplinen.


Rad fahren und Laufen sind (vermeintlich) einfach zu lernen, das Crawlschwimmen hingegen stellt für viele eine riesige Herausforderung dar. Arme und Beine nicht parallel zueinander zu bewegen, sondern vielmehr kontralateral und noch dazu in einer Position, bei der unser Gleichgewichtssinn durcheinander gerät, mitunter noch in Kombination mit Atemnot… das kann den fittesten Körper völlig aus dem Konzept bringen und das wieder und wieder zu erleben, ist nicht angenehm. Für viele ist Schwimmen ganz einfach kein Spass, weil sich der Körper tatsächlich dagegen wehrt.


1. Die Leistungsunterschiede sind hier viel deutlicher sichtbar als in anderen Disziplinen.


Das kennt jede Triathletin und jeder Triathlet: man trainiert mehrere Stunden die Woche, teilweise sehr hart, läuft gute Zeiten, fährt konstante Wattwerte. Doch kaum ist man im Pool, wird man auf der Bahn nebenan auf einmal von zwölfjährigen Kindern nicht nur überholt, sondern während Stunden regelrecht demontiert. Mal ganz abgesehen davon, was das mit dem eigenen Ego anstellen kann, wird nirgends wie im Wasser so deutlich, dass man möglicherweise eben doch nicht so gut und schnell ist, wie man es gerne wäre.


2. Richtig im Wasser zu trainieren ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln.


Es gibt eine Fülle von Büchern und Lehrmitteln zum Thema «Schwimmen», die sich alle gerne einmal widersprechen und sich in erster Linie darin gleich sind, dass jedes Einzelne von ihnen für sich beansprucht, die Lösung aller Probleme zu sein. Was man gerne übersieht ist, dass sie eine weitere, weitaus prägnantere Eigenschaft teilen: sie sind auf das Training von Schwimmerinnen und Schwimmern ausgerichtet.

Auch wenn beides im Wasser stattfindet, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass das Schwimmen im Triathlon nicht nur eine andere Liga, sondern tatsächlich eine andere Sportart ist als das Schwimmen, welches wir an den Olympischen Spielen sehen und bewundern dürfen.


3. Durch begrenzte Zeitressourcen wird das Training oft nochmals schwieriger zu gestalten.


Effizienz ist ein wichtiger Faktor bei der Trainingsplanung, gerade und vor allem, wenn eine Athletin oder ein Athlet nur eine begrenzte Anzahl von Stunden pro Tag und Woche für das Training zur Verfügung hat. Worauf soll man sich also konzentrieren? Ist die Technik wichtig, die Ausdauer, die Kraft, das Tempo… Das wird nicht einfacher dadurch, dass jeder Trainer und Guru wieder etwas anderes behauptet.


4. Das Schwimmbad ist ein Ort, an dem die Menschen sehr… menschlich sind.


Auch das ist etwas, das wohl alle, die sich regelmässig in einem Schwimmbad auf einer öffentlichen Bahn aufhalten, nur zu gut kennen: die Emotionen und Aggressionen schäumen hier sehr, sehr schnell über. Ein Grund dafür ist sicherlich unser zweiter Punkt, doch wird es auch hier noch weitere geben. Was jedoch eher langsame Schwimmerinnen und Schwimmer dazu bewegt, aus einem Treibholzmodus zu Michael Phelps 2.0 zu mutieren, sobald jemand anderes in ihrer Peripherie auftaucht, bleibt ein Rätsel. Das ist nicht immer spassig – und schon gar nicht immer angenehm.


Zugegeben, all’ das liest sich nicht wirklich motivierend. Es muss auch nicht auf alle zutreffen, man darf nicht ausser Acht lassen, dass es schlicht Athletinnen und Athleten gibt, die einfach nicht gerne schwimmen, den Rest des Triathlons dafür aber umso lieber machen.


Wichtig ist jedoch, dass man Schwimmen durchaus lernen kann und auch, es gerne zu tun. Lässt man sich genug Zeit und findet man eine Methode, die einem zusagt, kann auch das Schwimmen zu einem Teil des Sports werden, der nicht irgendwo am Rande gemacht werden muss, weil er halt dazu gehört, sondern der ein fester und wichtiger Bestandteil des gesamten Trainings ist.


Falls ihr wissen wollt, wie ihr selber im Wasser eure eigenen Erfolge erzielen und Ziele erreichen könnt, meldet euch doch ganz einfach bei uns, wir helfen euch gerne weiter.


Diese Woche geben wir euch ausserdem noch weitere Inputs dazu, wie ihr euer Training in den Zeiten von Corona gestalten könnt, worauf ihr achten solltet und was ihr tun könnt, wenn ihr einmal keinen Zugang zu einem Pool habt.


In diesem Sinne wünschen wir euch einen schönen Start in den Advent!


Herzlichst,


Patrick & Fabian

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