• Fabian Kremser

Tage des Donners

Oder: Wie man eine nicht ganz gewöhnliche Saison noch ungewöhnlicher zu Ende bringt.

Der Herbst ist da! Draussen wird es bunt, am Morgen liegt der erste Rauhreif auf den Wiesen und die Winterzeit blickt um die Ecke. Für den Ausdauersport heisst das in der Regel: auf ins neue Jahr!


In der Regel, nur: 2021 war einmal mehr ein klein wenig anders. Aus diesem Grund durften wir in den letzten Wochen nochmals gemeinsam mit unseren Athletinnen und Athleten eine Saison feiern, die alles andere als gewöhnlich war.


Wie beginnt man so einen Artikel? Wie schreibt man über sportliche Leistungen, die am Ende so viel mehr sind als nur das? Denn: das, was unsere Athletinnen und Athleten in den letzten 14 Tagen noch abgeliefert und geleistet haben, haut uns immer noch um! Unser Firmencredo lautet: "…be ready to surprise yourself!". Wir können mit gutem Gewissen sagen: das trifft den Nagel auf den Kopf.


Für den Anfang dieses "Grand Finales" müssen wir ein wenig zurückgehen, zum Beginn des Oktobers und an den Hallwilersee-Lauf, nach Bregenz und nach London. An allen drei Orten standen Laufveranstaltungen über die Halbmarathon-Distanz an. In der Schweiz waren es Coach Patrick sowie unsere Athleten Reto und Jörg, die sich rund um den See jagten, in Bregenz unser Ambassador Dario, der am Dreiländermarathon startete.


Dass das Wort "Triathlet" nicht zwingend die Kurzfassung von "schlecht in drei Sportarten anstatt nur einer" ist, bewies Coach Patrick, der am Hallwilersee auf den zweiten Gesamtrang lief. In seinem Windschatten quasi liefen erst Reto und anschliessend Jörg über die Ziellinie, alle mit neuen Bestzeiten. Das schwappte offenbar auch nach Bregenz und "über den Teich"! Am Dreiländermarathon stellte auch Dario eine neue Bestzeit auf, in London legten unsere Athletin Minka und unser Athlet Peter nochmals eine Schippe drauf. Für sie war der Royal Parks Halbmarathon ein Trainingsrennen, eine letzte Vorbereitung für ihr Marathon-Debut, welches zwei Wochen später folgen sollte. Und auch hier: Bestzeiten! Das machte uns erst recht neugierig auf die zweite Oktoberhälfte.


Und zu recht! Am vergangenen Wochenende fackelten die beiden an ihrem Marathon-Debut am Bilbao Night Marathon ein Feuerwerk der eigenen Sorte ab. Beide hatten ihre Zielzeiten, beide waren von Beginn an auf Kurs. Peter liess sich weder von etwas willkürlich platzierten Kilometerschildern noch von einer ebenfalls leicht verwirrten GPS-Messung auf seiner Uhr irritieren und erreichte sein Ziel zwei Minuten schneller als zu Beginn anvisiert. Was für eine Leistung, und das gleich beim ersten Marathon überhaupt!

Allerdings musste er im Ziel nicht lange warten, denn Minka lief an diesem Abend Bossa Nova und mit einem Negativ-Split, wie man ihn in der Regel im Lehrbuch findet – und meistens wirklich nur dort! Auch sie unterbot ihre zuerst gesetzte Zielzeit – um mehr als zehn Minuten!


Das wäre schon ein würdiges Saisonfinale gewesen, doch es ging noch weiter: am Sonntag nahmen unsere Athleten Christoph und Pascal den Ironman 70.3 in Sardinien (Christoph) und den Sechsstundenlauf in Brugg (Pascal) in Angriff.

Ein kabbeliges Meer, eine anspruchsvolle Radstrecke und ein abschliessender Halbmarathon mit Höhenmetern waren die Szenerie, in der Christoph gleich seine dritte Mitteldistanz innerhalb von nur zwei Monaten finishte. Ein würdiger Abschluss der Saison!


Pascal hingegen durfte sich zwar nicht an einer abwechslungsreichen Strecke freuen, denn Mehrstundenläufe werden in den meisten Fällen auf Rundkursen ausgetragen – so auch der Sechsstünder von Brugg. Und dabei ging es um viel: Die Vorbereitung für diesen Ultra-Event war lange und eine enorme Herausforderung gewesen. An diesem Tag ging endlich alles auf: wir dürfen Pascal zum Schweizer Meistertitel im Sechsstundenlauf gratulieren und zu einem neuen Schweizer Rekord in dieser Zeit! (Falls es jemanden reizt: 85,1 Kilometer loggte er in 6:00:01 Stunden ein).


Last but not least: auch an diesem Wochenende war unser zweiter Ambassador, der Läufer Patrik "The fastest Farmer" Wägeli, am Halbmarathon in Valencia am Start. Dort stellte er ebenfalls eine neue Bestzeit auf und nahm damit einen weiteren Schritt in Richtung der olympischen Spiele.


Was bei uns Coaches in diesen letzten Wochen an Emotionen und Freude alles vor sich ging, lässt sich kaum beschreiben und wir sind uns absolut bewusst, dass diese wenigen Sätze hier nicht einmal annähernd zum Ausdruck bringen, wie unbeschreiblich stolz wir auf unsere Athletinnen und Athleten sind und wie glücklich es uns macht, mit ihnen zu arbeiten!


Nun wäre es an der Zeit, allen eine gute Off-Season zu wünschen, doch haben einige unserer anderen Athletinnen und Athleten in der Zwischenzeit bereits wieder mit dem Training für das Jahr 2022 begonnen. Es bleibt also weiterhin alles in Bewegung und wir freuen uns, mittendrin sein zu dürfen!


Darum gratulieren wir allen, die in den letzten Wochen dieses ungewöhnliche Jahr noch mit einem grossen Knall beendet haben von Herzen zu ihren fantastischen Leistungen und gehen mit grosser Freude in den Spätherbst! Es bleibt uns nur noch zu sagen:


…be ready to surprise yourself!


Herzlich,


Patrick Benz

Fabian Kremser